Schulterglatze
Den Bund fürs Leben habt ihr nie geschlossen und habt statt dessen den Zivildienst gewählt. Jetzt plagen euch Zweifel. Wie gut wäre man im Arschkriechen gewesen, hätte die Moral gehalten und was versteckt der Feldwebel im Keller? Spielt Schulterglatze und findet es heraus.
"Haben Sie gedient?". Falls nicht: Im Browserspiel Schulterglatze kann man die Bundeswehrzeit nachspielen.
Wer nicht weiß, was eine
Schulterglatze ist, braucht sich nicht zu schämen. Es hat nichts mit abwesender Behaarung an Stellen zu tun, über die Männer nicht reden, sondern bezeichnet im liebevollen Bundeswehrjargon den niedersten Dienstgrad. Dieser hat nämlich noch kein einziges Abzeichen dort, wo später mal Ränge ablesbar sein werden, ergo trägt er eine Schulterglatze. Was sind die Bundis doch für ein sprachgewandtes Völkchen.
Überhaupt wurde Schulterglatze mit Massen an Bundeswehr-Begriffen gespickt. Mal mehr, mal weniger Offiziellen und Fotos von echten Soldaten und Einsatzorten gibt es auch noch, damit das Flair stimmt. Andere Formulierungen sind sprachliches Gold. Beispiele? Bitteschön: „Nach einem harten Soldatentag gibt es nichts Schöneres, als sich von seinen Kameraden den betörenden Männerschweiß vom Körper waschen zu lassen.“ Oder doch lieber „Aphrodite gebückt“? „Bei dieser holden Maid brauchst du nicht tagelang den Hof zu machen, sondern kommst gleich zu Sache. Also quatsch dir keinen Zahn locker, zieh eine Nummer und stell dich hinten an.“ Hey. Wie schon der Spruch des Spiels sagt: Schulterglatze - Fast wie bei der Bundeswehr.
Ob ihr als echter Bundi jetzt auf die Barrikaden geht oder ob solcher Spielbeschreibungen in Erinnerungen schwelgt, bleibt euch überlassen, das was in Schulterglatze hinter der eigenwilligen Aufmachung steckt, gehört zu den komplexeren oder zumindest umfangreicheren der Hochlevel-Spiele im Browser. Erst einmal geht es ums Geld, das ist bei Schulterglatze nicht anders als im richtigen Leben. Hat die Truppe genug davon, kann sie sich tolle Tarnklamotten, Waffen und Panzer kaufen. Hat sie keins, dann werdet ihr es nicht bis zum ersten Abzeichen schaffen.
Also wird erst mal Dienst geschoben. Theoretisch lässt euch Schulterglatze das acht Stunden am Stück tun, schließlich muss ja einer auf die Kaserne aufpassen. Entfernt ihr euch vorzeitig, wird auch nicht der ganze Sold ausgezahlt. Am lohnendsten ist der Dienst im Auslandseinsatz, aber dafür müsst ihr euch erst einmal ausbilden lassen. In den verschiedensten Kategorien mausert ihr euch vom Rang-Äquivalent des Latrinenputzers zum General, aber das dauert halt. Insbesondere in der Kategorie Arschkriechen sollte gut zugehört werden.
Weiterhin schickt euch Schulterglatze zu diversen Lehrgängen, in denen ihr zum Beispiel den Umgang mit Karte und Kompass lernt. Denn schließlich: „Ohne diesen Lehrgang sind alle Karten und Himmelsrichtungen für dich so wertvoll, wie ein Lutscher der nach Scheiße schmeckt.“ Habt ihr all das hinter euch, geht es in den Einsatz, aber so etwas dauert. Ohne Fahrzeuge schon mal zwei Stunden. Ist halt ein Stück Weg so zu Fuß. Und sehen kann man davon auch nicht viel.
Das Erstaunliche an Schulterglatze ist, dass es zwar jede Menge Premium-Freischaltmöglichkeiten – unter anderem auch Werbefreiheit innerhalb des Spiels – geboten werden, aber nichts davon das Spiel für Zahlungswillige so richtig beschleunigt. Am besten also, man richtet sich auf eine lange Dienstzeit ein und sucht sich eine Truppe, in der man dann mit anderen Spielern mehr wunderbare Fertigkeiten lernen und Manöver veranstalten kann. Und weil es so schön ist, zum Schluss noch einer: „Was der Voyeur im Swingerklub ist, das ist der Spion im Krieg.“ Salute.
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