Cineastisches Action-RPG von Bioware setzt neue Maßstäbe - auch auf dem PC!
Die Rollenspielspezialisten von Bioware schlagen endlich wieder zu und bringen mit Mass Effect den letztjährigen Xbox360-Hit nun auch für den PC auf den Markt. Das Spiel muss zwar ohne Star Wars-Lizenz auskommen, dennoch knüpft die Space Opera nahtlos an die Klasse der Knights of the old Republic-Spiele (Kotor) an. Wir haben uns die PC Version angesehen und sie einem umfangreichen Test unterzogen...
Die Menschheit hat in ferner Zukunft endlich gelernt, sich mit Lichtgeschwindigkeit zu bewegen, was ganz neue Kontaktmöglichkeiten mit anderen Lebensformen schafft. Diese stehen den Menschen aber größtenteils skeptisch gegenüber, auch der Rat aller Galaxien ist ohne einen einzigen Menschen besetzt. Als Commander Shepard allerdings eine Verschwörung aufdeckt und diese dem Rat glaubhaft vorträgt, erhält der Held einen ganz besonderen Auftrag und gewinnt langsam das Vertrauen des Rates.
Mann oder Frau?
Ihr schlüpft wenig überraschend in die Rolle von Commander Shepard, wobei ihr den Charakter vor dem ersten Spielstart individuell anpassen dürft. So wählt ihr aus sechs möglichen Klassen, darunter etwa der Soldat, der Techniker oder der Wächter, und ändert Vornamen oder gar das Geschlecht. Das ist möglich, da ihr im Spiel stets neutral als Commander Shepard angesprochen werdet. Wie bei einem Rollenspiel üblich gewinnt ihr mit der Zeit Erfahrung und lernt neue Fähigkeiten. So verzieht eure bevorzugte Waffe beim Schießen dann etwas weniger oder euch stehen in Dialogen weitere Gesprächsoptionen offen, da ihr die Fähigkeit des Einschmeichelns oder Bedrohens beherrscht. Kenner der Kotor-Titel werden sich bei Mass Effect sofort zu Hause fühlen, auch wenn die Menüs ein klein wenig anders angeordnet sind.
Während des Spiels seid ihr die meiste Zeit in Begleitung unterwegs, wobei ihr aus einem Pool von sechs verschiedenen Charakteren zwei Personen auswählen dürft, die euch auf einem Planeten begleiten sollen - die anderen bleiben auf eurem Raumschiff, der "Normandy" zurück. Da jeder Charakter leicht unterschiedliche Fähigkeiten besitzt und ihr auch die Nebencharaktere aufleveln dürft, baut ihr zu diesen mit der Zeit eine richtige Beziehung auf, auch wenn ihr leider während eines Einsatzes nicht mit den Reisebegleitern sprechen dürft, wie es noch bei Kotor der Fall war. Lediglich kurze Sätze lassen sie sich entlocken, wer näheres erfahren möchte, muss zwischen den Missionen auf dem Raumschiff das Gespräch suchen.
Eine Stadt und viele Planeten
In der Regel reist ihr von Planet zu Planet und von Galaxie zu Galaxie. Anfangs scheint das Universum von Mass Effect riesig zu sein, doch das relativiert sich leider sehr schnell. Viele der Himmelskörper sind nicht anfliegbar und es gibt auch nur eine richtig große Stadt, nämlich "Citadel". Hierhin verschlägt es euch immer mal wieder, um neue Gegenstände zu kaufen, Nebenmissionen zu erfüllen oder auch um mit dem Rat zu sprechen. Auf den Planetenoberflächen müsst ihr dagegen diverse Ziele erfüllen, wie etwa einem verbündeten Soldaten helfen oder eine geheime Absturzstelle sichern. Für weite Strecken auf unerschlossenen Planeten steht euch ein Fahrzeug zur Verfügung, der so genannte "Mako". Dieser steuert sich allerdings etwas arg schwammig, so dass die Erkundungsfahrten und die gelegentlichen Schießereien gegen Sandwürmer nicht so viel Spaß machen.
Weltenbummler
Besser gefallen da schon die Einsätze, in denen ihr wie bei Kotor ganz klassisch einen Planeten zu Fuß erkundet. Zwar mangelt es Mass Effect hier an Freiheit - die Wege sind streng vorgegeben - doch die Atmosphäre der unterschiedlichen Planeten wird klasse eingefangen. Zudem wird ein spannender Mix aus Rätseln, Schießereien und Gesprächen geboten. Für die Actioneinlagen stehen euch mehrere Waffen zur Verfügung, die ihr wie in einem Action-Adventure auf die Feinde abfeuert. Auch hier mangelt es der Steuerung ein wenig an Genauigkeit und Dynamik, so dass sich die Schusswechsel längst nicht so packend spielen, wie wir das erhofft haben, auch wenn das Ganze auf dem PC dank guter Maus-/Tastatursteuerung etwas besser ist als auf der Konsole. Andererseits legt Mass Effect nun mal ja auch den Schwerpunkt auf das Rollenspiel und daher reichen die Schießereien in dieser Art und Weise schon aus. Zudem stehen euch einige taktische Möglichkeiten offen, ihr könnt das Geschehen nämlich anhalten und dann über ein komfortables Menü euren Begleitern befehligen, bestimmte Aktionen auszuführen. Alle Menüs wurden übrigens auf dem PC leicht modifiziert und lassen sich daher besser bedienen.
Bin ich im Kino?
Viel Wert legt Mass Effect auf die Story, die sich erst im Laufe des Spieles so richtig entfaltet. Bekommt ihr zu Beginn noch viele Eigennamen um die Ohren geschmissen, spielt ihr euch später richtig in das Universum hinein und baut Beziehungen zu eurem Helden und anderen Lebewesen auf. Verantwortlich dafür, sind die hervorragend inszenierten Dialoge. In kinoreifen Szenen werden euch die Gespräche präsentiert, wobei die Mimik und die Gesichter an sich neue Maßstäbe im Spielsektor setzen. Damit ihr nicht nur zum Zusehen verdammt seid, dürft ihr den Gesprächsverlauf über ein simples, aber effektives Menü beeinflussen. Lasst ihr euch also auf die futuristische Story ein, werdet ihr kaum mehr von dem Rollenspiel loskommen. Wie in Kotor müsst ihr außerdem immer mal wieder wichtige Entscheidungen treffen, die den Storyverlauf leicht beeinflussen. Etwas schade: Ihr dürft einzelne Textzeilen nicht überspringen, was gerade beim zweiten Durchspielen recht nervig ist und die Spielzeit streckt.
Die Grafik in den Zwischensequenzen und den Dialogen ist grandios, dagegen fällt die Umgebungsgrafik auf den Planeten ein wenig ab und erinnert eher an die Kotor-Spiele. Die Texturen sind manchmal sogar richtig lieblos und wiederholen sich oft - viel holt das Spiel aber auch auf dem PC mit den tollen Lichteffekten heraus. Während die allgemeine Bildwiederholrate am Computer merklich besser als auf der Xbox 360 ist, kommt ihr um die stellenweise extrem langen und häufigen Ladezeiten leider nicht herum.
Akustische Meisterleistung
Perfekt ist allerdings der Sound. Allein die deutschen Synchronsprecher machen allesamt einen guten Job und sprechen die vielen Textzeilen weitestgehend lippensynchron. Dazu untermalt ein abwechslungsreicher Score das Geschehen, der an wichtigen Stellen richtig schön dramatisch wird. Eifrige Zocker werden das Spiel wohl in knapp 10 Stunden durchgespielt haben. Wer aber alle Nebenquests erledigen möchte dürfte schon einige Stunden länger beschäftigt werden, wobei viele der Nebenaufgaben aber recht langweilig ausgefallen sind und nicht mit der Hauptstory mithalten können. An den Umfang eines Kotor reicht Mass Effect daher nicht ganz heran, doch dank der kinoreifen Inszenierung gibt es auch kaum einmal spannungsarme Phasen im Spiel.
Mann oder Frau?
Ihr schlüpft wenig überraschend in die Rolle von Commander Shepard, wobei ihr den Charakter vor dem ersten Spielstart individuell anpassen dürft. So wählt ihr aus sechs möglichen Klassen, darunter etwa der Soldat, der Techniker oder der Wächter, und ändert Vornamen oder gar das Geschlecht. Das ist möglich, da ihr im Spiel stets neutral als Commander Shepard angesprochen werdet. Wie bei einem Rollenspiel üblich gewinnt ihr mit der Zeit Erfahrung und lernt neue Fähigkeiten. So verzieht eure bevorzugte Waffe beim Schießen dann etwas weniger oder euch stehen in Dialogen weitere Gesprächsoptionen offen, da ihr die Fähigkeit des Einschmeichelns oder Bedrohens beherrscht. Kenner der Kotor-Titel werden sich bei Mass Effect sofort zu Hause fühlen, auch wenn die Menüs ein klein wenig anders angeordnet sind.
Während des Spiels seid ihr die meiste Zeit in Begleitung unterwegs, wobei ihr aus einem Pool von sechs verschiedenen Charakteren zwei Personen auswählen dürft, die euch auf einem Planeten begleiten sollen - die anderen bleiben auf eurem Raumschiff, der "Normandy" zurück. Da jeder Charakter leicht unterschiedliche Fähigkeiten besitzt und ihr auch die Nebencharaktere aufleveln dürft, baut ihr zu diesen mit der Zeit eine richtige Beziehung auf, auch wenn ihr leider während eines Einsatzes nicht mit den Reisebegleitern sprechen dürft, wie es noch bei Kotor der Fall war. Lediglich kurze Sätze lassen sie sich entlocken, wer näheres erfahren möchte, muss zwischen den Missionen auf dem Raumschiff das Gespräch suchen.
Eine Stadt und viele Planeten
In der Regel reist ihr von Planet zu Planet und von Galaxie zu Galaxie. Anfangs scheint das Universum von Mass Effect riesig zu sein, doch das relativiert sich leider sehr schnell. Viele der Himmelskörper sind nicht anfliegbar und es gibt auch nur eine richtig große Stadt, nämlich "Citadel". Hierhin verschlägt es euch immer mal wieder, um neue Gegenstände zu kaufen, Nebenmissionen zu erfüllen oder auch um mit dem Rat zu sprechen. Auf den Planetenoberflächen müsst ihr dagegen diverse Ziele erfüllen, wie etwa einem verbündeten Soldaten helfen oder eine geheime Absturzstelle sichern. Für weite Strecken auf unerschlossenen Planeten steht euch ein Fahrzeug zur Verfügung, der so genannte "Mako". Dieser steuert sich allerdings etwas arg schwammig, so dass die Erkundungsfahrten und die gelegentlichen Schießereien gegen Sandwürmer nicht so viel Spaß machen.
Weltenbummler
Besser gefallen da schon die Einsätze, in denen ihr wie bei Kotor ganz klassisch einen Planeten zu Fuß erkundet. Zwar mangelt es Mass Effect hier an Freiheit - die Wege sind streng vorgegeben - doch die Atmosphäre der unterschiedlichen Planeten wird klasse eingefangen. Zudem wird ein spannender Mix aus Rätseln, Schießereien und Gesprächen geboten. Für die Actioneinlagen stehen euch mehrere Waffen zur Verfügung, die ihr wie in einem Action-Adventure auf die Feinde abfeuert. Auch hier mangelt es der Steuerung ein wenig an Genauigkeit und Dynamik, so dass sich die Schusswechsel längst nicht so packend spielen, wie wir das erhofft haben, auch wenn das Ganze auf dem PC dank guter Maus-/Tastatursteuerung etwas besser ist als auf der Konsole. Andererseits legt Mass Effect nun mal ja auch den Schwerpunkt auf das Rollenspiel und daher reichen die Schießereien in dieser Art und Weise schon aus. Zudem stehen euch einige taktische Möglichkeiten offen, ihr könnt das Geschehen nämlich anhalten und dann über ein komfortables Menü euren Begleitern befehligen, bestimmte Aktionen auszuführen. Alle Menüs wurden übrigens auf dem PC leicht modifiziert und lassen sich daher besser bedienen.
Bin ich im Kino?
Viel Wert legt Mass Effect auf die Story, die sich erst im Laufe des Spieles so richtig entfaltet. Bekommt ihr zu Beginn noch viele Eigennamen um die Ohren geschmissen, spielt ihr euch später richtig in das Universum hinein und baut Beziehungen zu eurem Helden und anderen Lebewesen auf. Verantwortlich dafür, sind die hervorragend inszenierten Dialoge. In kinoreifen Szenen werden euch die Gespräche präsentiert, wobei die Mimik und die Gesichter an sich neue Maßstäbe im Spielsektor setzen. Damit ihr nicht nur zum Zusehen verdammt seid, dürft ihr den Gesprächsverlauf über ein simples, aber effektives Menü beeinflussen. Lasst ihr euch also auf die futuristische Story ein, werdet ihr kaum mehr von dem Rollenspiel loskommen. Wie in Kotor müsst ihr außerdem immer mal wieder wichtige Entscheidungen treffen, die den Storyverlauf leicht beeinflussen. Etwas schade: Ihr dürft einzelne Textzeilen nicht überspringen, was gerade beim zweiten Durchspielen recht nervig ist und die Spielzeit streckt.
Die Grafik in den Zwischensequenzen und den Dialogen ist grandios, dagegen fällt die Umgebungsgrafik auf den Planeten ein wenig ab und erinnert eher an die Kotor-Spiele. Die Texturen sind manchmal sogar richtig lieblos und wiederholen sich oft - viel holt das Spiel aber auch auf dem PC mit den tollen Lichteffekten heraus. Während die allgemeine Bildwiederholrate am Computer merklich besser als auf der Xbox 360 ist, kommt ihr um die stellenweise extrem langen und häufigen Ladezeiten leider nicht herum.
Akustische Meisterleistung
Perfekt ist allerdings der Sound. Allein die deutschen Synchronsprecher machen allesamt einen guten Job und sprechen die vielen Textzeilen weitestgehend lippensynchron. Dazu untermalt ein abwechslungsreicher Score das Geschehen, der an wichtigen Stellen richtig schön dramatisch wird. Eifrige Zocker werden das Spiel wohl in knapp 10 Stunden durchgespielt haben. Wer aber alle Nebenquests erledigen möchte dürfte schon einige Stunden länger beschäftigt werden, wobei viele der Nebenaufgaben aber recht langweilig ausgefallen sind und nicht mit der Hauptstory mithalten können. An den Umfang eines Kotor reicht Mass Effect daher nicht ganz heran, doch dank der kinoreifen Inszenierung gibt es auch kaum einmal spannungsarme Phasen im Spiel.
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