Krieg der Steine
Spiele mit Star Wars Lizenz gibt es jede Menge. Der neue Titel zu der Weltraum-Saga sticht jedoch aus der Masse heraus. Denn hier besteht alles aus Lego. Ob das Konzept gut funktioniert oder das Action-Adventure nur Kinderkram ist, steht in unserem Test.
Möge die Macht mit dir sein
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis: Dort lebten seltsame Wesen. Sie sehen fast so aus wie die Filmhelden Yoda, Obi-Wan und andere Charaktere aus Star Wars Episode I bis III. Aber eben nur fast. Die kleinen Männchen sind alle gleich groß und viel eckiger als die Vorbilder aus Fleisch und Blut. Sie leben in einer Welt aus Steinen. Genauer gesagt: aus virtuellen Plastiksteinen. Egal ob Raumschiff oder Hebebühne – hier wurde fast alles aus Lego-Zubehör konstruiert.
In Lego Star Wars spielt man die Handlung der neuen drei Episoden nach. Dazu schlüpft der Spieler in die Rolle eines der über 30 spielbaren Charaktere. Mit ihm hüpft er durch Innen- und Außenlevels, vernichtet Gegner und sammelt Lego-Steine ein, die Währung im Lego Universum.
Damit das Gehüpfe nicht so schnell langweilig wird, warten neben Flugmissionen überall kleine Rätsel auf den Weltraumabenteurer. Um die zu lösen, muss er meist die Figur wechseln. Hat er den passenden Spielcharakter ausgewählt, kommen dessen Spezialfähigkeiten zum Einsatz. So können Jedi wie Obi-Wan und Qui-Gon die Macht benutzen, um Gegenstände aus dem Weg zu räumen oder aus einem Haufen Klötzchen eine Brücke werden zu lassen. In der Rolle einer der Droiden knackt der Spieler Schlösser und öffnet Türen. Andere Figuren können Schusswaffen benutzen und sich mit einem Enterhaken an Mauern und Vorsprüngen hochschwingen. Leider kommen wir in manchen Situationen nicht darum herum, auch den nervigen Jar Jar Binks zu steuern. Denn der kann nämlich am höchsten springen.
Zum Glück ist die Quasselstrippe wie alle anderen Figuren in diesem Spiel stumm. Auch wenn das vielleicht etwas langweilig klingt, stört die fehlende Sprachausgabe dank schöner musikalischer Untermalung mit dem Originalsoundtrack nicht. Im Gegenteil: wenn die Männchen sprechen könnten, wäre bei dem konsequent umgesetzten Lego-Thema die Stimmung wahrscheinlich schnell dahin.
Wir müssen vorsichtig sein
Denn das Lego-Universum ist gut getroffen. Habt ihr euch jemals gefragt, wie die kleinen Männchen wohl in Bewegung aussehen würden? Wahrscheinlich haben die meisten von uns sich vorgestellt, dass sie genauso agieren wie in diesem Spiel. Die Figuren sind liebevoll gestaltet, auch wenn es manchmal etwas komisch wirkt, dass sie wie die echten Plastikfiguren alle gleich groß sind. Sie haben einen leicht torkelnden Gang und auch die sparsam eingesetzte Mimik und Gestik ist eher kantig. Das sorgt zusammen mit der fehlenden Sprachausgabe für einen gewissen Slapstick-Charakter. Der ist durchaus unterhaltsam.
Auch die Umgebungen sind konsequent auf Lego getrimmt. Ob Mauern, Raumschiffe oder Türen – fast alles besteht aus den kleinen Kult-Steinen. Zerschlägt ein Jedi einen dieser Gegenstände, zerfällt der in seine Lego-Einzelteile. Selbst das Podrennen bestreitet man in einem Lego-Flieger. Trotz der Steinchen-Architektur wirken die Umgebungen nicht trist. Denn überall finden wir die passenden Deko-Gegenstände, die sich schon als Zubehör zu den Klötzchen in den meisten Kinderzimmen befanden: Lego-Blumen, -Bäume und –Stühle.
Natürlich ist dieses leider recht kurze Action-Adventure ein Kinderspiel. Das macht sich nicht nur im Humor, sondern auch im Schwierigkeitsgrad bemerkbar. Denn eine Herausforderung sind allerhöchstens die Flugmissionen mit ihrer schwammigen Steuerung. Trotz kindlichen Gags können sich auch erwachsene Star Wars Fans nur schwer dem Charme der kleinen Steinchen entziehen. Vor allem im Kooperations-Modus kann das Abenteuer gut unterhalten. Zwar verdeckt die Kamera beim Umherhüpfen zu zweit manchmal markante Punkte wie Abgründe oder Vorsprünge, die die Spieler erreichen müssen. Trotzdem macht es richtig viel Spaß, gemeinsam gegen Darth Maul zu kämpfen oder Gegnermassen auszuschalten.
Nina Ernst
78%
Auch wenn Lego Star Wars kein beeindruckendes Wunderwerk der Technik ist, kann die Grafik sich sehen lassen. Die Welt der Steine mit all dem klassischen Zubehör ist schön umgesetzt und auch die Effekte können überzeugen. Die passenden Männchen wurden ebenfalls liebevoll gestaltet und lustig animiert.
78%
Reduktion auf das Nötigste haben sich die Entwickler beim Gestalten dieses Spiels gedacht. Daher gibt es hier keine Sprachausgabe. Das trübt die Atmosphäre aber kein bisschen. Stattdessen gibt es den gewohnten Soundtrack des Weltraumepos und schöne Effekte
78%
Hier hüpfen und rennen wir durch die Levels, sammeln Steine ein und vernichten Gegner. Dabei muss regelmäßig zwischen den Helden gewechselt werden, um deren Spezialfähigkeiten einzusetzen. Da die Steuerung sehr simpel ist, finden sich selbst junge Spieler und Neulinge schnell zurecht. Schade nur, dass die Flugmissionen sich so schwammig steuern lassen. Außerdem gibt es im Mehrspielermodus manchmal kleine Probleme mit der Kamera.
78%
Wer die Herausforderung liebt, wird bei dem einfachen Schwierigkeitsgrad schon nach wenigen Minuten gähnend die Konsole ausschalten. Alle anderen Fans der Filme und der dänischen Spielzeugfirma bleiben dank der charmanten Atmosphäre und der freispielbaren Extras wie Bärten und Charakteren dran. Vor allem der Kooperations-Modus verspricht kurzweilige Unterhaltung.
pro
der Charme der Lego-Welt, witzige Animationen, unterhaltsamer Kooperationsmodus
contra
teilweise Kameraprobleme im Kooperationsmodus, nur Episoden I bis III, sehr leichter Schwierigkeitsgrad
78%
Endlich mal ein gelungenes Abenteuer mit Lego-Lizenz. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad des gewaltfreien Kinderspiels Gamer unterfordert, bringt vor allem der Koop-Modus auch großen Jungs und Mädels Spaß. Die Lego-Welt hat einfach Charme. Das ideale Spiel, um es gemeinsam mit seinen Kindern, Nichten und Neffen oder der sonst Videospielen gegenüber abgeneigten Freundin zu spielen. Lego-Fans freuen sich schon darauf, dass vielleicht noch andere Filme wie Harry Potter oder Spider-Man mit den kleinen Männchen umgesetzt werden.
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