The Legend of Zelda: Twilight Princess

Videospiel des Jahres?

Ein neues Zelda für eine neue Konsole, viele Zocker werden bei dieser Konstellation glauben, dass Weihnachten und Ostern zusammen auf einen Tag fallen. Mit Zelda: Twilight Princess liefert Nintendo selbst pünktlich zum Wii-Launch den vermutlich besten Kaufgrund für die neue Konsole. Wir haben uns mit Link durch das Königreich Hyrule gekämpft – und das ohne Muskelkater.

Held Link in seiner grünen Uniform.
Natürlich unterstützt Twilight Princess das innovative Steuerungskonzept des Wii´s, sprich man steuert den Helden Link mit dem Nunchuk und der Fernbedienung. Über den Analogstick des Nunchuk läuft man mit dem Held in die entsprechende Richtung, ein Klick auf die Z-Taste zentriert die Kamera wieder hinter Link. Eine freie Kamera lässt sich nur in der aktivierbaren Ego-Ansicht auswählen, dann schaut man sich mit Hilfe der Fernbedienung um, kann sich aber währenddessen nicht bewegen. Die somit etwas eingeschränkte Kamera sorgt für gelegentliche Probleme und für den einen oder anderen Fehlsprung. Doch im Grunde arbeit das System sehr gut.

Die Kämpfe gegen die Dungeonbosse sind spektakulär.
Sein Schwert schwingt Link, wenn man die Fernbedienung horizontal oder vertikal bewegt, drückt man die A-Taste während eines solchen Manövers vollführt der Held einen Sprungangriff, mit der Z-Taste pariert er Angriffe mit dem Schild und schaltet zudem die Kamera fest auf den gerade aktiven Feind. Dieses Kampfsystem geht einem sehr schnell in Fleisch und Blut über, so dass man ein Gamepad zu keiner Zeit vermisst. Zudem lässt sich Zelda auch sehr entspannt auf der Couch zocken, für die Bewegungen mit der Fernbedienung reichen kleine Schwünge vollkommen aus, man muss also nicht wie bei den Wii-Sports-Disziplinen wild vor dem Fernseher herum hüpfen.

Da Twilight Princess ebenfalls für den Gamecube herauskommt und dort praktisch genauso aussieht und sich fast identisch spielt, ist der einzige Vorteil der Wii-Fassung die Steuerung. Ob einem die allerdings der Aufpreis für die neue Konsole wert ist, muss jeder für sich entscheiden, schon The Wind Waker ließ sich mit dem Gamecube-Controller sehr gut spielen und Zelda profitiert von dem Steuerungskonzept des Wii´s jetzt nicht so stark wie andere Spiele, so dass auch Gamecubezocker keine großen Nachteile haben.

Auf einer Hochebene bekommt es Link mit übel gelaunten Feinden zu tun.
Beim Gameplay orientiert sich Twilight Princess sichtbar an den Vorgängern der Reihe. Mit dem Helden Link erkundet man die große Spielwelt, die freilich erst nach und nach frei geschaltet wird. Größere Entfernungen lassen sich auf dem Rücken des Pferdes zurücklegen, die für viele nervigen Bootsfahrten aus The Wind Waker entfallen somit. Oft trifft Link auf andere Charaktere, die einem neue Aufgaben erteilen oder auch nur einfach ein paar Tipps von sich geben. Leider verzichtet das Spiel auf eine Sprachausgabe, worunter die Atmosphäre stark leidet. Spielerisch wird indes viel Abwechslung geboten. Neben den primären Aufgaben, die sich meist darauf beschränken, verschiedene Dungeons zu durchqueren und den jeweiligen Boss zu besiegen, kann man sich abseits der Story gut beschäftigen, in dem man sich beispielsweise dem Angeln zuwendet oder versteckte Herzcontainer sucht.

Die Story hat einige interessante Wendungen parat, bleibt aber letztlich serientypisch fast kindlich. Interessant ist die Tatsache, dass sich Link zuweilen in einen Wolf verwandelt und in dieser Form durch das Schattenreich laufen muss. Zusammen mit dem stetigen kleinen Begleiter Midna folgt der Held so Gerüchen oder gräbt sich unter Türen durch. Gegenüber dem klassischen Heldenalltag mit Schwert und Schild spielen sich die Wolfpassagen erfrischend anders, auch wenn die Beißattacken mit der Wii-Steuerung nicht ganz so genau ausfallen.

Auf dem Rücken des Pferdes überwindet man weite Entfernungen.
Im Laufe seines Abenteuers findet Link natürlich immer wieder neue Items, die ihm das Weiterkommen erleichtern. Schon im ersten Dungeon im Wald bekommt man als Belohnung nach einem witzigen Kampf gegen einen Affen den Bumerang. Allein mit diesem ergeben sich gänzlich neue Spielmöglichkeiten, so kann man etwa einen Windstoss erzeugen, mit dem Brücken gedreht werden, oder Bomben einsammeln und zum Gegner schleudern. Weitere solcher Gadgets sind die Schleuder, eine Lampe oder der Heroen-Bogen, wobei viele Boss-Kämpfe nur durch den richtigen Einsatz dieser Gegenstände gewonnen werden können.

Wahrlich riesig ist der Spielumfang von Twilight Princess, selbst Profis werden länger als 30 Stunden mit dem Abenteuer beschäftigt sein. Löblicherweise ist der Schwierigkeitsgrad sehr fair, Rücksetzpunkte gibt es regelmäßig und speichern darf man im Prinzip immer. Allerdings wird man beim neu laden eines Spielstandes in einem Dungeon wieder an dessen Eingang versetzt, das Leveldesign ist aber meist so ausgelegt, dass man relativ schnell wieder an die Stelle gelangt, wo man zuvor aufgehört hatte.

So hübsch wie auf diesem Screen ist die Grafik leider bei weitem nicht.
Auch wenn spielerisch „nur“ bekannte Zelda-Kost geboten wird und das Leveldesign sowie die Erzählung der Geschichte zuweilen etwas antiquiert daherkommen, kann man sich dem Charme des Abenteuers nur schwerlich entziehen. Nach einem recht langweiligen Spielstart dreht das Spiel spätestens beim Betreten des ersten Dungeons kräftig auf und bleibt in der Folgezeit auf dem hohen Niveau. Technische Meisterleistungen darf man indes von Twilight Princess nicht erwarten. Die Grafik kommt mit arg matschigen Texturen und recht undetailierten Landschaften daher, rein technisch gesehen waren vermutlich sogar Spiele beim Playstation2-Launch besser. Allerdings stimmt beim neuen Zelda der Gesamteindruck. Durch das komplette Abenteuer hält sich ein ganz eigener Grafikstil, der am ehesten noch mit dem aus Shadow of Colossus (PS2) verglichen werden kann. Allein deshalb kann die Optik zuweilen durchaus begeistern, einige Locations sehen aber einfach hässlich aus. Noch schlechter ist leider der gesamte Sound. Eine Sprachausgabe gibt es, wie bereits erwähnt, nicht und der an sich hörenswerte Soundtrack hält sich sehr stark zurück. Insgesamt ist Zelda daher ein äußerst leises Spiel, wenn man mal von einigen serientypischen Klangeffekten nach dem Lösen eines Rätsels absieht. Oftmals werden die wenigen Soundeffekte dann auch noch über den schwachen Lautsprecher der Fernbedienung ausgegeben, was sich sehr kratzig anhört. Wer bereits auf der Xbox360 das fantastische Kameo gespielt hat, wird zustimmen müssen, dass Twilight Princess auf der falschen Konsole erscheint bzw. einige Jahre zu spät kommt.

Grafik

75%
Die Bewertung der Grafik fällt schwer. Rein technisch ist die Optik allenfalls durchschnittlich, matschige Texturen und detailarme Landschaften bestimmen das Gesamtbild. Dennoch hat Zelda ähnlich wie World of Warcraft oder der PS2-Titel Shadow of Colossus seinen ganz eigenen Grafikstil, der sich konsequent durch das ganze Abenteuer zieht. Von daher fällt der Gesamteindruck positiver aus, dennoch sehen einige Schauplätze zum Davonlaufen aus und erreichen noch nicht mal PS2-Niveau.

Sound

63%
Zelda ist ein sehr stilles Spiel. Nur vereinzelt ertönen die serientypischen Soundeffekte, gelegentlich auch aus dem Lautsprecher in der Fernbedienung, was natürlich sehr kratzig klingt. Der atmosphärische Soundtrack hält sich ebenfalls stark zurück, etwas mehr Musikuntermalung hätte es schon sein können. Ebenso ist der Verzicht auf jegliche Sprachausgabe heutzutage einfach nicht mehr zu rechtfertigen und drückt die Wertung.

Gameplay

85%
Twilight Princess bietet das gewohnte Zelda Gameplay. Der Held darf sich relativ frei in der großen Spielwelt bewegen und absolviert hin und wieder einen von neun Dungeons. In diesen sammelt man Schlüssel und kämpft letztlich gegen den Boss. Die Kämpfe machen dank der Wii-Steuerung viel Spaß und sind sehr abwechslungsreich. Beim Leveldesign gibt es für Zelda-Fans allerdings wenig Neues, außer den gelegentlichen Wechseln in die Wolfsform.

Motivation

88%
Die ersten 4-5 Stunden ziehen sich ein wenig, mit dem ersten Dungeon im Wald dreht Zelda dann aber kräftig auf. Immer wieder erhält man neue Gegenstände wie den Bumerang, mit denen man Geheimverstecke öffnet oder dem Zwischenboss zusetzt. Der Spielspaß wird daher sehr hoch gehalten und der Umfang stimmt auch.

Pro / Contra

pro

  • liebevolle Spielwelt
  • sympathische Charaktere
  • gelungene Steuerung
  • abwechslungsreiches Gameplay
  • abwechslungsreiche Schauplätze
  • Wolfsform
  • enorm umfangreich
  • faire Rücksetzpunkte
  • viele Hilfestellungen
  • contra

  • technisch zweitklassig
  • keine Sprachausgabe
  • kindliche Erzählweise
  • Einstieg zäh
  • Leveldesign etwas antiquiert
  • kleinere Mängel bei Steuerungsgenauigkeit und Kamera
  • kein richtiges Abspeichern in Dungeons
  • Fazit

    86%
    Zelda Twilight Princess ist ohne Frage der mit Abstand beste Titel des schwachen Wii-Startlineups. Aufgrund der ebenfalls erhältlichen und in weiten Teilen identischen Gamcubefassung ist der einzige Kaufgrund für die neue Konsole allerdings die Steuerung. Die Bedienung mit Fernbedienung und Nunchuck klappt auf der Wii überraschend gut und wird auch nie zu anstrengend, andererseits hätte mir Zelda mit einem klassischen Gamepad vermutlich genauso viel Spaß gemacht. Twilight Princess erinnert vom Gameplay frappierend an ältere Zelda-Teile, ob nun beim Aufbau der Dungeons oder den Gadgets. Für heutige Verhältnisse ist das Gameplay sicherlich ein wenig in die Jahre gekommen, Zelda-Fans werden somit wenige Überraschungen erleben. Einzige Ausnahme ist die gelegentliche Transformation in einen Wolf. Aber auch ohne sonstige Innovationen spielt sich das neue Zelda hervorragend und begeistert über die gesamte Spielzeit, der Einstieg ist allerdings etwas zäh ausgefallen. Das beste Spiel des Jahres ist Twilight Princess für mich aber nicht geworden, dafür müsste dann auch die Technik stimmen. Ständig musste ich beim Zocken daran denken, wie toll Zelda doch auf einer leistungsstärkeren Konsole hätte aussehen können, das spielerisch ähnliche Kameo verweist Zelda in Sachen Präsentation klar in die Schranken. Besonders enttäuschend ist neben der matschigen Grafik vor allem der komplette Verzicht auf eine Sprachausgabe, was sich schon negativ auf die Atmosphäre auswirkt. Ein absoluter Must-Have-Titel ist Zelda: Twilight Princess sowohl für den Wii als auch den Gamecube aber natürlich trotzdem.

    Kommentare zu The Legend of Zelda: Twilight Princess

    News

    19.01.2012 um 09:44 Uhr

    Die bis heute konkurrenzlose Erotik Ikone ist zurück!

    Das neue Jahr beginnt mit einer Sensation im... (mehr)

    11.01.2012 um 12:38 Uhr

    Erstmals veröffentlicht Upjers ein Browserspiel auf Facebook

    Koyotl mischt auf Facebook mit

    Top Hits

    Desert Operations

    Desert Operations

    gamesmania-Wertung: 10/10
    User-Wertung: 5/10
    Farmerama

    Farmerama

    gamesmania-Wertung: 10/10
    User-Wertung: 9/10
    Battlestar Galactica Online

    Battlestar Galactica Online

    gamesmania-Wertung: 10/10
    Zoomumba

    Zoomumba

    gamesmania-Wertung: 10/10
    User-Wertung: 10/10
    Schulterglatze

    Schulterglatze

    gamesmania-Wertung: 10/10
    User-Wertung: 7/10