Hochspannung in Sibirien
1908 kommt es in der Tunguska-Region in Sibirien zu einer gewaltigen Explosion, deren Grund bis heute nicht richtig aufgeklärt wurde. Stürzte damals ein Meteorit auf die Erde oder gar ein Raumschiff? An diese spannenden Ereignisse knüpft das Adventure Geheimakte Tunguska mit einer eigenen Story an. Fast zwei Jahre, nachdem bereits PC-Zocker dem Abenteuer auf den Grund gegangen sind, kommen jetzt auch Wii-Spieler in den Genuss des besten Adventuregames der letzten Jahre...
In vielen Dialogen, die aber nicht zu ausufernd geraten sind, erfährt man immer mehr Hintergründe und lernt neue Freunde sowie Feinde kennen. Einer der Freunde ist ein Kollege von Ninas Vater, Max Gruber, mit dem man in einigen Abschnitten unterwegs ist. Spätestens beim Besuch im verregneten Irland ergeben sich gewisse Parallelen zu George Stobbart aus der Baphomets Fluch-Reihe. Die Gespräche in Geheimakte Tunguska können allerdings nicht ganz mit den witzigen Dialogen aus Baphomets Fluch mithalten, der Humor wirkt hier zuweilen schon etwas aufgesetzt.
Heldin des Spieles ist die junge Nina Kalenkow, die eines Abends eigentlich nur ihren Vater im Büro des Naturkundemuseum in Berlin besuchen möchte. Dort angekommen muss sie allerdings feststellen, dass sämtliche Schränke durchwühlt sind und von ihrem Vater weit und breit keine Spur ist. Im Rahmen ihrer Nachforschungen - die Polizei möchte sich dem Fall nicht so richtig annehmen - stößt Nina immer häufiger auf das Wort Tunguska. Vor vielen Jahren leitete ihr Vater schließlich eine Expedition in das Gebiet. Wie die Ereignisse von 1908 mit dem Verschwinden von Ninas Vater zusammenhängen und wer hinter dem Ganzen steckt, das alles erklärt die hoch spannende Story von Geheimakte Tunguska.
Richtig klasse sind dafür die Rätsel geworden, es stimmen sowohl Qualität wie Quantität. Wie von anderen Genrevertretern gewohnt, gilt es zahlreiche Gegenstände ins Inventar aufzunehmen, um sie dann mit anderen Objekten kombinieren zu können. Dabei sind die Knobeleien fast immer wirklich sinnvoll und intelligent in die Spielwelt integriert. In einer Irrenanstalt auf Kuba muss Nina beispielsweise an ein Kopiergerät gelangen, der Weg dorthin ist allerdings durch den Hausmeister versperrt, der zum Zeitvertreibt Kartenhäuse baut. Der Hausmeister berichtet von einem Erdbeben, das jeden Tag zur Mittagszeit einsetzt, worauf er seine Arbeit erstmal beendet. Draußen im Hof erfährt die junge Frau den Grund für das Erdbeben: ein Presslufthammer. Doch der Arbeiter macht dummerweise gerade Pause. Erst nachdem Nina den Herd in der Küche angeworfen hat und ein Stück Plastik dazu mischt, beginnt das "Erdbeben" und der Weg zum Kopierer wird frei. Derart komplexe Rätsel, wobei ich hier noch einige Schritte ausgelassen habe, finden sich vor allem in der zweiten Spielhälfte und fordern mitunter selbst Profis.
Hilfreiches Tagebuch
Um Einsteigern den voreiligen Griff zur Komplettlösung zu ersparen, haben die Entwickler in Form eines Tagebuchs ein Hilfesystem ins Spiel integriert, dass vor allem bei den seltenen Schalterrätseln hilfreiche Tipps gibt. Da der Schwierigkeitsgrad aber recht langsam ansteigt, ist ein Blick in die Hilfe eher die Ausnahme, zumindest zu Beginn des Abenteuers. Dafür ist das Tagebuch sehr gut geeignet, um nach längerer Spielpause wieder in die Story hineinzufinden.
Damit nicht schon die Suche nach Gegenständen in nerviges Bildschirmabsuchen ausartet, kann man mittels Betätigung der 1-Taste auf der Remote alle interessanten Objekte kurzzeitig markieren lassen. Da an einigen Stellen kleinere Items kaum sichtbar in die Umgebung eingebaut sind, ist diese Komfortfunktion aber auch wirklich nötig. Neu ist die Idee indes nicht, schon Simon the Sorcerer 2 bot diesen Komfort vor über zehn Jahren. Die für die Wii umgesetzte Steuerung hinterlässt einen rundum guten Eindruck: per Analogstick des Nunchuks bewegt ihr die Heldin durch die Umgebung und schaut euch mit der A-Taste Objekte an, während ihr mit der B-Taste den Gegenstand ins Inventar steckt. Dieses ruft ihr über das Digikreuz auf. Schon nach wenigen Minuten geht die Steuerung klasse von der Hand, eine Maus vermisst man nicht.
Viel Abwechslung wird bei den Locations geboten. Die Helden bereisen u.a. Moskau, Kuba, Irland, China und natürlich die Tunguska-Region in Sibirien. Die Hintergrundbilder aller Orte wurden mit viel Liebe zum Detail gemalt, auch wenn lediglich 2D-Hintergründe vorliegen, sieht Geheimakte Tunguska für ein Adventure sehr gut aus, da die Objekte schön hoch aufgelöst daherkommen und die Lichteffekte ebenfalls stimmig wirken. Leider ist die Grafik auf der Wii durch die niedrigere Bildschirmauflösung etwas unschärfer und kommt nicht ganz so zur Entfaltung. Wer die PC-Version nicht kennt, wird sich daran aber nicht stören. Die Zwischensequenzen sind an sich auch hübsch anzusehen, sind allerdings schon eine Spur zu actionreich ausgefallen. Wenn Nina in bester James Bond-Manier wie Pierce Brosnan in Goldeneye kurz vor einer Schlucht in ein fahrendes Flugzeug springt, passt das nicht so ganz zu den sonst eher ruhigen und sachlichen Charakteren.
Die Spielzeit fällt mit ca. 12 Stunden erfreulich lang aus. Da die Story die ganze Zeit über spannend bleibt und die Güte der Rätsel sogar im Spielverlauf zunimmt, ist der Spielspaß von Anfang bis Ende auf konstant hohem Niveau. Irgendwelche Spielspaßbremser wie Schleichpassagen oder unfaire Knobelrätsel gibt es nicht, selbst einige Code- oder Schalterrätsel lassen sich zur Not durch simples Versuchen nach einiger Zeit lösen. Da das Spiel akustisch dank souveräner Synchronsprecher ebenfalls überzeugen kann, können wir abschließend nur noch hoffen, dass es die schon angekündigte Fortsetzung etwas schneller für die Wii-Konsole geben wird.
Heldin des Spieles ist die junge Nina Kalenkow, die eines Abends eigentlich nur ihren Vater im Büro des Naturkundemuseum in Berlin besuchen möchte. Dort angekommen muss sie allerdings feststellen, dass sämtliche Schränke durchwühlt sind und von ihrem Vater weit und breit keine Spur ist. Im Rahmen ihrer Nachforschungen - die Polizei möchte sich dem Fall nicht so richtig annehmen - stößt Nina immer häufiger auf das Wort Tunguska. Vor vielen Jahren leitete ihr Vater schließlich eine Expedition in das Gebiet. Wie die Ereignisse von 1908 mit dem Verschwinden von Ninas Vater zusammenhängen und wer hinter dem Ganzen steckt, das alles erklärt die hoch spannende Story von Geheimakte Tunguska.
Richtig klasse sind dafür die Rätsel geworden, es stimmen sowohl Qualität wie Quantität. Wie von anderen Genrevertretern gewohnt, gilt es zahlreiche Gegenstände ins Inventar aufzunehmen, um sie dann mit anderen Objekten kombinieren zu können. Dabei sind die Knobeleien fast immer wirklich sinnvoll und intelligent in die Spielwelt integriert. In einer Irrenanstalt auf Kuba muss Nina beispielsweise an ein Kopiergerät gelangen, der Weg dorthin ist allerdings durch den Hausmeister versperrt, der zum Zeitvertreibt Kartenhäuse baut. Der Hausmeister berichtet von einem Erdbeben, das jeden Tag zur Mittagszeit einsetzt, worauf er seine Arbeit erstmal beendet. Draußen im Hof erfährt die junge Frau den Grund für das Erdbeben: ein Presslufthammer. Doch der Arbeiter macht dummerweise gerade Pause. Erst nachdem Nina den Herd in der Küche angeworfen hat und ein Stück Plastik dazu mischt, beginnt das "Erdbeben" und der Weg zum Kopierer wird frei. Derart komplexe Rätsel, wobei ich hier noch einige Schritte ausgelassen habe, finden sich vor allem in der zweiten Spielhälfte und fordern mitunter selbst Profis.
Hilfreiches Tagebuch
Um Einsteigern den voreiligen Griff zur Komplettlösung zu ersparen, haben die Entwickler in Form eines Tagebuchs ein Hilfesystem ins Spiel integriert, dass vor allem bei den seltenen Schalterrätseln hilfreiche Tipps gibt. Da der Schwierigkeitsgrad aber recht langsam ansteigt, ist ein Blick in die Hilfe eher die Ausnahme, zumindest zu Beginn des Abenteuers. Dafür ist das Tagebuch sehr gut geeignet, um nach längerer Spielpause wieder in die Story hineinzufinden.
Damit nicht schon die Suche nach Gegenständen in nerviges Bildschirmabsuchen ausartet, kann man mittels Betätigung der 1-Taste auf der Remote alle interessanten Objekte kurzzeitig markieren lassen. Da an einigen Stellen kleinere Items kaum sichtbar in die Umgebung eingebaut sind, ist diese Komfortfunktion aber auch wirklich nötig. Neu ist die Idee indes nicht, schon Simon the Sorcerer 2 bot diesen Komfort vor über zehn Jahren. Die für die Wii umgesetzte Steuerung hinterlässt einen rundum guten Eindruck: per Analogstick des Nunchuks bewegt ihr die Heldin durch die Umgebung und schaut euch mit der A-Taste Objekte an, während ihr mit der B-Taste den Gegenstand ins Inventar steckt. Dieses ruft ihr über das Digikreuz auf. Schon nach wenigen Minuten geht die Steuerung klasse von der Hand, eine Maus vermisst man nicht.
Viel Abwechslung wird bei den Locations geboten. Die Helden bereisen u.a. Moskau, Kuba, Irland, China und natürlich die Tunguska-Region in Sibirien. Die Hintergrundbilder aller Orte wurden mit viel Liebe zum Detail gemalt, auch wenn lediglich 2D-Hintergründe vorliegen, sieht Geheimakte Tunguska für ein Adventure sehr gut aus, da die Objekte schön hoch aufgelöst daherkommen und die Lichteffekte ebenfalls stimmig wirken. Leider ist die Grafik auf der Wii durch die niedrigere Bildschirmauflösung etwas unschärfer und kommt nicht ganz so zur Entfaltung. Wer die PC-Version nicht kennt, wird sich daran aber nicht stören. Die Zwischensequenzen sind an sich auch hübsch anzusehen, sind allerdings schon eine Spur zu actionreich ausgefallen. Wenn Nina in bester James Bond-Manier wie Pierce Brosnan in Goldeneye kurz vor einer Schlucht in ein fahrendes Flugzeug springt, passt das nicht so ganz zu den sonst eher ruhigen und sachlichen Charakteren.
Die Spielzeit fällt mit ca. 12 Stunden erfreulich lang aus. Da die Story die ganze Zeit über spannend bleibt und die Güte der Rätsel sogar im Spielverlauf zunimmt, ist der Spielspaß von Anfang bis Ende auf konstant hohem Niveau. Irgendwelche Spielspaßbremser wie Schleichpassagen oder unfaire Knobelrätsel gibt es nicht, selbst einige Code- oder Schalterrätsel lassen sich zur Not durch simples Versuchen nach einiger Zeit lösen. Da das Spiel akustisch dank souveräner Synchronsprecher ebenfalls überzeugen kann, können wir abschließend nur noch hoffen, dass es die schon angekündigte Fortsetzung etwas schneller für die Wii-Konsole geben wird.
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