Brothers In Arms: Hells Highway

Gearbox lädt nach langem Warten erneut in den zweiten Weltkrieg ein.

Matthew Baker und seine Kampfgefährten der 101st Aitborne sind zurück. Zum ersten Mal setzt der kleine Kampftrupp dabei Fuß auf die neuste Konsolengeneration. Kann sich die Truppe auch auf dem neuen Schlachtfeld beweisen, oder endet die Geschichte wie die Operation "Market Garden"?

Auf eben dieser Operation "Market Garden" beruhen die Ereignisse, mit denen man es im neusten Teil der Brothers in Arms-Serie zu tun bekommt. Auch der namensgebende "Hell's Highway" war Teil dieser Operation, die nicht zu den glanzvollsten der amerikanischen Kriegsgeschichte zählt. Diese Gewissheit setzt auch den Tonfall für das gesamte Spiel, das wesentlich ernster und weniger heroisch daherkommt als andere WWII-Shooter. Trotz der neuen Mission ist es hilfreich mit den Vorgängerspielen und somit mit der bisherigen Geschichte der Charaktere vertraut zu sein. Für alle anderen gibt es immerhin eine kurze Einleitung, welche die wichtigsten Geschehnisse der Vorgänger zusammenfasst.

Finden, fixieren, flankieren
Spielerisch verlässt sich auch Hell's Highway aus die bewährte Mischung aus Egoshooter und taktischer Planung, führt aber einige neue Elemente ein. Davon am ehesten zu erwähnen ist das neue Cover-Feature, welches spätestens seit Rainbow Six: Vegas aus keinem Taktikshooter mehr wegzudenken ist. Per Knopfdruck haftet sich der Soldat an eine nahe Deckung und entgeht so den feindlichen Kugeln. Dünne Holzbarrikaden wie Tische oder Zäune sollten allerdings tunlichst vermieden werden, da sie unter Beschuss schnell in ihre Einzelteile zerfallen. Zudem hat man wie in den Vorgängern Kontrolle über verschiedene Teams, die man per Tastendruck in verschiedene Positionen schickt und feindliche Stellungen angreifen lässt. Eine Übersichtskarte hilft dabei, das Vorrücken des Teams sowie das entscheidende Flankieren der Feinde zu planen. Im Gegensatz zum klassischen Brothers in Arms ist diese Karte zweidimensional und frei scrollbar, was sie wesentlich übersichtlicher und damit nützlicher macht.

Alles hört auf mein Kommando!
Im Laufe des Spiels stehen vier verschiedene Teams zur Verfügung. Neben den flexiblen Feuer- und Angriffsteams gehört auch ein MG-Trupp dazu, mit dem man dem Gegner ordentlich einheizen kann. Das neue Bazooka-Team lässt sich gleich für mehrere Problemfälle einsetzen. So sprengen sie nicht nur feindliche Panzer, sondern vernichten auch Sandsackstellungen oder lassen mit einem Kirchturm deutsche Scharfschützen in die Tiefe stürzen. Panzer stehen dieses Mal allerdings nicht unter des Spielers Befehlsgewalt. Dafür gibt es spezielle Levels, in denen man selbst hinter das Steuer eines solchen Stahlkolosses steigt, um die niederländischen Dörfer von ihren Besatzern zu befreien. Auch die Levels in denen man zu Fuß unterwegs ist, sind deutlich abwechslungsreicher. Neben den ländlichen, holländischen Dörfern verschlägt es euch in zerbombte Städte, aber auch das innere von Häusern und Industriekomplexen.

Diesmal auch für Rekruten
Was sich ebenfalls geändert hat und viele Spieler aufatmen lassen wird, ist der Schwierigkeitsgrad. Hell's Highway ist deutlich leichter als seine Vorgänger, so dass auch unerfahrene Spieler auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad den Abspann zu sehen bekommen werden. Aber auch Spieler die eine Herausforderung brauchen, werden fündig. Mit dem ersten Durchspielen schaltet man nämlich den Schwierigkeitsgrad "Authentisch" frei, der die Kugeln eurer Feinde um ein vielfaches tödlicher macht. Zudem verschwindet mit dem HUD auch das Fadenkreuz, was vor allem das Feuern aus der Deckung deutlich erschwert, da man von dort nicht per Knopfdruck über den Lauf der Waffe zielen kann.

Ist Holland nicht schön?
Optisch können die Kampfgefährten ganz oben mitkämpfen. Zwar ist Hell's Highway nicht das allerschönste Unreal Engine 3-Spiel, trotzdem bekommt man hier einen wahren Leckerbissen serviert. Gute Charakter- und Waffenmodelle werden durch liebevolle Details wie Rauch an jeder Patronenhülse und einen fantastischen Regenlevel abgerundet. Allein ein paar verbesserungswürdige Texturen schwächen den Gesamteindruck.

Der Klang des Krieges
Akustisch kann man an Brothers in Arms: Hell's Highway kaum etwas aussetzen, außer dass man an den ein oder anderen Stellen etwas häufiger Gebrauch des orchestralen Soundtracks hätte machen können. Dafür gibt es Waffensounds die wohl nur auf dem Schlachtfeld realistischer klingen und durchaus vorzeigbare Synchronsprecher, auch wenn diese in der Qualität hin und wieder schwanken. Wir raten Sprachbegabten PC-Spielern, die Möglichkeit einer englischen Installation zu nutzen. Diese steigert zudem auch die Atmosphäre noch ein wenig.

Nichts für Waffenbrüder
Der Mehrspielermodus, der nicht bei Gearbox selbst, sondern bei einem externen Team entwickelt wurde, ist leider eine herbe Enttäuschung. Es gibt nur einen einzigen Spielmodus und eine Hand voll Karten. Die Grafik ist ebenfalls deutlich schlechter als im Singleplayer-Spiel. Zwar haben es ein paar taktische Elemente in die Mehrspielerpartien geschafft, ein wirklich außergewöhnliches Spielgefühl vermitteln sie aber nicht.

Grafik

85%
Tolle Shader und Atmosphäreneffekte sind nur ein kleiner Teil der Details, die die Umgebungen von BiA: HH so unterschiedlich und glaubwürdig wirken lassen. Konsolenspieler und Besitzer von High End-PCs werden aber das Gefühl nicht los, dass da noch Raum nach oben gewesen wäre.

Sound

89%
Sowohl Musik als auch Soundeffekte sind sehr gut gelungen. Dazu kommt eine tolle Synchronleistung die auf dem PC wahlweise auf deutsch, oder noch etwas besser auf englisch genossen werden kann.

Gameplay

92%
Hell's Highway macht mit Abstand zu allen anderen Teilen der Serie am meisten Spaß. Die Taktikkomponente wurde zwar nicht maßgebend erweitert, dafür sorgen der variable Schwierigkeitsgrad und de abwechslungsreichen Levels, sowie die gute KI für eine Menge Spielspaß.

Motivation

78%
Zumindest das erste Durchspielen hat ein tolles Pacing mit einer gelungenen Mischung aus Außenarealen, In-Door Missionen und dem gelegentlichen Panzereinsatz. Der dann freigeschaltete, schwerste Spielmodus ist zwar auch spielerisch eine willkommene Abwechslung, bis zum Ende halten ihn aber nur die ganz Hartgesottenen durch.

Multiplayer

48%
Leider unter aller Kanone. Niemand sollte das Spiel kaufen und auf viele weitere Stunden Spaß im Online- oder LAN-Spiel hoffen.

Pro / Contra

pro

  • Gute Grafik
  • Zahlreiche Verbesserungen
  • Tolle Story
  • Abwechslungsreiche Umgebungen
  • contra

  • Sehr schwacher Mehrspielermodus
  • Schwankende Synchronsprecherleistung
  • Oft ohne Musik
  • DE-Fassung stark geschnitten
  • Systemvoraussetzungen

    PC Spieler benötigen:
    2,6 GHz CPU, 1 Gigabyte RAM, 128 MB Grafikkarte, 7 Gigabyte freien Speicher

    Fazit

    87%
    Zumindest der Einzelspielermodus von Brothers in Arms: Hell's Highway stellt ein durch und durch gelungenes Spiel dar. Man braucht keinen Übermächtigen PC damit es nicht nur toll aussieht, sondern auch flüssig läuft und was noch wichtiger ist, es macht eine Menge Spaß. Zudem muss man diesmal kein Profizocker sein, um die Geschichte bis zum Ende zu erleben. Wer auf den Mehrspielermodus nicht so viel Wert legt und mit den umfangreichen Entschärfungen der deutschen Version leben kann, wird die Tour über den Hell's Highway lieben.

    Kommentare zu Brothers In Arms: Hells Highway

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